Wofür zücken die Chinesen die (digitale) Geldbörse? Was sind die neuesten Shoppingtrends? Und wie gelingt es China, trotz schwächelnder Weltwirtschaft den Binnenkonsum zu beflügeln? In unserer zweiten Ausgabe 2026 widmen wir uns schwerpunktmäßig dem Thema Konsum.
In unserem Expertengespräch mit dem renommierten Ökonomen Huang Qunhui vom Institut für Wirtschaftswissenschaften der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften beleuchten wir exklusiv, welche Wege China einschlägt, um in weltwirtschaftlich unruhigen Zeiten Kauflaune und Konsumpotenzial der Menschen gezielt zu steigern.
Kaufverhalten ist immer auch Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen. Auf der diesjährigen China International Consumer Products Expo hat sich gezeigt: Chinesische Verbraucher greifen heute zunehmend auch zu grünen Produkten. Neben Preis und Leistung spielt für sie der CO₂-Fußabdruck von Waren eine zentrale Rolle. Ein Trend, der auch die grüne Transformation der Industrien befeuert. Außerdem im Kommen: „emotionaler Konsum“. Ob Labubu-Überraschungsboxen, Begleit-Kraxler am Taishan-Gebirge oder KI-gestützte Chat-Buddies – Angebote, die mehr bieten als Materielles, für emotionalen Ausgleich sorgen, sind bei chinesischen Verbrauchern aktuell schwer angesagt. Währenddessen setzt zudem der digitale Konsum seinen Erfolgskurs fort. Knapp 70 Prozent der Chinesen shoppen heute online. Zu den neuen Shoppingakteuren im Netz zählen dabei auch immer mehr Senioren und Menschen vom Land.
Zu einem historischen Treffen kam es am 14. Mai in Beijing: Staatspräsident Xi Jinping empfing US-Präsident Donald Trump zu Gesprächen. Man verständigte sich auf eine neue Ausrichtung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen – unter dem Schlagwort „konstruktiv und strategisch stabil“. Wir widmen dem Treffen eine Tiefenanalyse.
Auf dem Robotikmarkt tut sich ebenfalls viel. Hier sollten Sie sich für die Zukunft den Namen Keenon Robotics merken. Denn das Shanghaier Startup, das sich auf die Entwicklung von Dienstleistungsrobotern spezialisiert hat, rollt derzeit den globalen Markt auf. Wir waren zu Besuch in der Firmenzentrale. Zudem haben wir uns auf eine Tech-Erkundungstour durch das benachbarte Hangzhou begeben, das mit seinen Hightech-Attraktionen mittlerweile Besucher aus aller Welt anlockt. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich bei seinem Staatsbesuch Ende Februar in der Millionenstadt persönlich ein Bild von Chinas Tech-Fortschritten gemacht.
Darüber hinaus sind wir nach Kunshan gereist – in Chinas heimliche Kaffeehauptstadt. Hier haben sich unter anderem Starbucks und Luckin Coffee mit Großröstereien angesiedelt, die Kaffeedichte im Stadtzentrum kann mit Shanghai mithalten und im Umland locken idyllische Dorfcafés. Das ostchinesische Städtchen gilt als Spiegel des Kaffee-Hypes im Reich der Mitte.
Auf ein anderes Brühgetränk hat sich Cordula Paetzel spezialisiert. Die Berlinerin organisiert seit 2024 Reisen in Chinas traditionelle Teeanbaugebiete und bringt damit Menschen in Deutschland Chinas Teekultur näher. Im Gespräch mit „Dialog China-Deutschland“ berichtet sie von den wirtschaftlichen Herausforderungen des Teehandels und der philosophischen Dimension, die eine Tasse Tee begleitet.
In unserer Städterubrik stellen wir diesmal die Partnerschaft zwischen Shanghai und Hamburg vor. Die Verbindung der beiden Hafenstädte gilt als Paradebeispiel des chinesisch-deutschen Austausches auf lokaler Ebene. Wir haben mit Lars Anke gesprochen, dem Leiter des Hamburg Liaison Office Shanghai, der schon seit 20 Jahren in Shanghai lebt. Er engagiert sich nachhaltig für mehr Verbundenheit und setzt dabei auf die Menschen.
Wir wünschen Ihnen eine unterhaltsame und erkenntnisreiche Lektüre!
Ihr Redaktionsteam

