China baut seine kulturelle Präsenz im Ausland aus

Der globale Einfluss chinesischer Kulturprodukte und -dienstleistungen nimmt stetig zu, wobei sich digitale Inhalte, kreative Güter und traditionelle chinesische Kultur weiterhin großer Beliebtheit im Ausland erfreuen. Dies geht aus einem Bericht hervor, der auf der derzeit stattfindenden Sitzung des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses (NVK) vorgelegt wurde.

Kultur- und Tourismusminister Sun Yeli erklärte den NVK -Abgeordneten am Dienstag bei der Vorstellung des Berichts, dass das Volumen des chinesischen Handels mit Kulturprodukten allein im Jahr 2025 143,4 Milliarden US-Dollar erreicht habe, was das robuste Wachstum des Sektors unterstreiche.

Während traditionelle kulturelle Elemente – wie Kampfkunst, Volksmusik und traditionelle chinesische Medizin (TCM) – breite internationale Anerkennung gefunden haben, gewinnen auch neue kulturelle Exportgüter, darunter Online-Literatur, Videospiele, Fernsehserien und trendige Sammlerstücke, im Ausland zunehmend an Bedeutung.

 

Das Foto zeigt ein Plakat des Videospiels „Black Myth: Wukong“ in der ostchinesischen Stadt Hangzhou. 

Sun erklärte, chinesische Online-Literatur werde mittlerweile in mehr als 200 Länder und Regionen exportiert. Auch Spieleprodukte mit starken chinesischen Kulturelementen wie „Black Myth: Wukong“ hätten bei Verbrauchern im Ausland großen Anklang gefunden. Darüber hinaus seien die Kultur- und Kreativprodukte von Pop Mart weltweit äußerst beliebt geworden.

Dem Bericht zufolge erzielten Chinas Kultur- und verwandte Branchen im Jahr 2025 einen Betriebsumsatz von 20,83 Billionen Yuan (3 Billionen US-Dollar), was einem Anstieg von 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Gesamtgewinn belief sich auf 1,9 Billionen Yuan.

Luo Jun, Professor an der Beijing Normal University, erklärte, digitale und stark interaktive Ausdrucksformen hätten die Barrieren für die interkulturelle Kommunikation gesenkt und die chinesische Kultur einem jüngeren Publikum im Ausland nähergebracht. Junge Menschen im Ausland seien dadurch nicht länger passive Zuschauer, sondern Konsumenten und Mitgestalter von Derivaten.

Chinas digitale Kulturindustrie habe den Schlüssel gefunden, um die Generation Z weltweit besser zu erreichen, sagte Chen Hong, Professor an der East China Normal University.

Am Beispiel von „Black Myth: Wukong“ merkte Chen an, dass der wahre Erfolg des Spiels nicht nur in der Neuinterpretation von Sun Wukong oder der Nachbildung antiker Architektur aus Shanxi liege. Vielmehr gelinge es dem Spiel, durch erstklassiges Gameplay eine breite Anziehungskraft zu schaffen und die Spieler anschließend dazu zu bewegen, aktiv die Ursprünge dieser kulturellen Symbole zu erkunden.

Ebenso verkaufe Pop Mart nicht mehr nur Puppen, sondern biete ästhetische Verbundenheit, emotionalen Wert, soziale Anerkennung und das Erlebnis des Sammelns. „Weltweit wissen Angehörige der Generation Z vielleicht wenig über Chinas Geschichte oder Sprache, aber das hindert sie nicht daran, sich für eine Figur, ein Spiel oder einen ästhetischen Stil zu begeistern und dann über das Produkt Zugang zur Kultur zu finden“, sagte Chen.