Die IPO-Einnahmen an der Hongkonger Börse (HKEX) haben Anfang August dieses Jahres die Marke von 41 Milliarden US-Dollar überschritten und damit bereits das Gesamtjahr 2025 übertroffen. Ein weiterer Rekord werde in diesem Jahr erwartet, erklärte Bonnie Chan, CEO der HKEX, bei einer Veranstaltung in Kuala Lumpur, Malaysia.
Globales Kapital konzentriere sich zunehmend wieder auf Asien, insbesondere auf China, so Chan. In der Vergangenheit sei das Kapital stark auf den US-Markt und auf ein oder zwei Sektoren fokussiert gewesen. Angesichts der veränderten politischen und makroökonomischen Rahmenbedingungen hätten Anleger jedoch mittlerweile erkannt, dass sie ihre Risiken stärker diversifizieren müssten.
Hu Qimu, Professor am Maritime Silk Road Institute der Huaqiao-Universität, erklärte, dass der HKEX als bedeutender internationaler Finanzplatz eine noch wichtigere Rolle bei der globalen Ressourcenallokation spiele und Kapital aus aller Welt anziehe. Die Börse verfüge über einen breiten internationalen Anlegerkreis und halte international anerkannte Standards bei der Informationsweitergabe und Unternehmensführung ein. Sie habe sich zudem zu einer wichtigen Plattform und Schnittstelle entwickelt, die internationales Kapital mit der Industrie auf dem chinesischen Festland verbinde. Für ausländische Unternehmen bedeute eine Notierung in Hongkong den Zugang zu Anlegern auf dem chinesischen Festland und zum Kapitalpool in der dortigen Währung Yuan.
Mehrere internationale Finanzinstitute zeigten sich zuversichtlich für den Hongkonger Kapitalmarkt. PwC erwartet für das Gesamtjahr IPO-Einnahmen von 380 Milliarden Hongkong-Dollar (rund 48,43 Milliarden US-Dollar). Die Dynamik dürfte sich bis 2027 fortsetzen – getrieben durch Börsengänge führender Unternehmen vom chinesischen Festland und das starke Interesse internationaler Anleger an wachstumsstarken Sektoren der New Economy.
Goldman Sachs erklärte am 23. Juli, dass die Kursentwicklung neuer Aktien in Hongkong nach dem Börsengang beachtlich gewesen sei. Für zwischen 2025 und 2026 notierte Unternehmen werde eine mittlere Rendite von etwa 20 Prozent und eine durchschnittliche Rendite von 60 Prozent innerhalb von drei Monaten nach der Notierung erwartet – beides deutlich über den Werten früherer Jahre. Goldman Sachs hob zudem hervor, dass die Marktliquidität reichlich vorhanden sei und prognostizierte für 2026 IPO-Einnahmen von 60 Milliarden US-Dollar.
Hu Qimu wies darauf hin, dass die Investitionen und Börsengänge in Hongkong durch den stabilen Aufwärtstrend der chinesischen Wirtschaft und den kontinuierlichen Wandel der Industrien weiter an Dynamik gewinnen würden.

