Ausländische Finanzinstitute zeigen sich optimistisch

Ausländische Finanzinstitute sehen in Chinas „Hard-Tech“-Branchen zunehmend attraktive Investitionsmöglichkeiten, weil Durchbrüche in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Halbleiter und fortschrittliche Fertigung zu höheren Exporten, steigenden Gewinnen und einem wachsenden Interesse globaler Investoren führen.

  

Journalisten fotografieren einen thermischen Vakuumsimulator bei Guoyu Starry Sky Technology Co., Ltd. in der Hightech-Zone von Wuxi in der ostchinesischen Provinz Jiangsu, 20. Juli 2026. (Foto: Xinhua/Chen Yehua) 

Wie Zolldaten zeigen, schnellten Chinas Hightech-Exporte im Juli im Jahresvergleich um über 50 Prozent in die Höhe und übertrafen damit das Gesamtwachstum der Exporte von 17,8 Prozent deutlich. Diese Exportzuwächse spiegeln sich auch in den Kapitalflüssen wider: Ausländische Gelder fließen in chinesische Technologieaktien und globale Indizes nehmen neu notierte Hard-Tech-Unternehmen auf.

Rob Subbaraman, Leiter der globalen Makroforschung und Co-Leiter der globalen Marktforschung bei Nomura, sagte, Chinas kostengünstige und reichlich vorhandene Stromversorgung, ein wachsender Talentpool und der frühe Vorsprung bei der physischen KI treiben die rasante Entwicklung der chinesischen KI-Industriekette voran.

Er verwies dafür auf Modelle chinesischer Unternehmen wie DeepSeek und Moonshot AI und erklärte, dass die Entwicklung von Open-Source-Modellen deren Einführung in Unternehmen beschleunigen könnte. „Die niedrigeren Kosten dieser Modelle sind ein weiterer Vorteil.“

  

Ansicht des „Artificial Intelligence Computing Centers“ im nordchinesischen Tianjin. (20. März 2023, Xinhua) 

Chinas Stärke in der fortschrittlichen Fertigung sei ebenfalls immer deutlicher geworden, sagte Robin Xing, Chefökonom für China bei Morgan Stanley. Er verwies dabei auf Chinas Anteil von rund der Hälfte an der weltweit installierten neuen Energiespeicherkapazität sowie auf das rasante Wachstum bei Lizenzverträgen für innovative Medikamente im Ausland. Diese Trends untermauerten die langfristigen Investitionsargumente für Chinas Hard-Tech-Sektor und führende Hersteller.

Diese Stärken spiegeln sich zunehmend in den Allokationsentscheidungen ausländischer Investoren wider. In diesem Jahr hat Goldman Sachs sein 12-Monats-Kursziel für den CSI 300 aufgrund der verbesserten Gewinndynamik bereits zweimal angehoben und behielt seine Übergewichtung bei chinesischen Aktien bei.

Kinger Lau, Chefstratege für chinesische Aktien bei Goldman Sachs Research, erklärte, die positive Einschätzung der Bank spiegele die sich verbessernde Gewinnentwicklung sowie günstige makroökonomische und Liquiditätsbedingungen wider. A-Aktien böten internationalen Anlegern Diversifizierungsvorteile, die noch nicht ausreichend gewürdigt würden, sowie ein attraktives Engagement in den Bereichen Hard-Tech und KI.

Einzelne Unternehmen stoßen im Ausland auf großes Interesse. ChangXin Memory Technologies legte bei seinem Börsendebüt am STAR-Markt in Shanghai im vergangenen Monat beispielweise um 465,82 Prozent zu und erreichte eine Marktkapitalisierung von mehr als 3,2 Billionen Yuan.

Der US-ETF-Anbieter Tema ETFs machte den Chiphersteller an seinem ersten Handelstag mit einem Gewicht von 10,56 Prozent zu seiner Top-Position. Zudem nahm MSCI das Unternehmen am Montag offiziell in seinen China All Shares Index auf.

Am deutlichsten zeigt sich die Begeisterung aber im Bereich der Robotik. Unitree soll der erste an den Börsen auf dem chinesischen Festland notierte Hersteller humanoider Roboter werden, und voraussichtlich durch den Börsengang rund 6,1 Milliarden Yuan einnehmen.